
Sikas Lösungen für das maritime Bauwesen reichen von hochleistungsfähigen Betonzusatzmitteln über Abdichtungen bis hin zu fortschrittlichen Mörteln und Beschichtungen zum Schutz vor Korrosion. Sie wurden weltweit in mehr als 2’000 Offshore- und Meeresbauwerken eingesetzt, nun auch bei der Erweiterung des Seehafens Lach Huyen um die Terminals 5–6.
HÄFEN UNTER DRUCK
Nach Angaben der Weltbank werden über 80% aller weltweit gehandelten Güter – von Öl und Getreide bis hin zu Elektronik und Textilien – auf dem Seeweg transportiert. Häfen sind damit wichtige Bindeglieder der Weltwirtschaft. Die heutige Infrastruktur altert. Gleichzeitig werden Schiffe grösser, die regulatorischen Anforderungen strenger und die klimabedingten Belastungen nehmen zu.
Ein Bericht von J.P. Morgan aus dem Jahr 2025 geht davon aus, dass sich der weltweite Seehandel bis 2050 verdoppeln wird. Vor diesem Hintergrund investieren Häfen weltweit verstärkt in den Ausbau und die Modernisierung ihrer Kapazitäten. Laut GlobalData befinden sich aktuell weltweit Hafenbauprojekte mit einem Investitionsvolumen von mehr als CHF 400 Mrd. im Bau oder in der Planung.
UNTER DER OBERFLÄCHE
Der Bau eines modernen Seehafens ist komplex – eine ingenieurtechnische Meisterleistung, die gross angelegte Bauarbeiten mit einer anspruchsvollen Logistik vereint und gleichzeitig den Herausforderungen von Wind, Wellen und Wetter standhalten muss.
Der Bau beginnt am Meeresboden, der begutachtet, verstärkt und stabilisiert werden muss, um enorme Lasten tragen zu können. Oft sind Baggerarbeiten erforderlich, um Schlamm-, Sand- oder Lehmschichten zu entfernen, bis ein stabiler Untergrund erreicht ist.
FUNDAMENTE UNTERHALB DER WASSERLINIE
Abhängig von den Gegebenheiten kommen tief im Meeresboden verankte Stahlpfähle oder grosse Betonfertigteile zum Einsatz, die millimetergenau abgesenkt und ausgerichtet werden, um einen stabilen Untergrund zu gewährleisten.
Kais und Molen werden vor Ort aus meerwasserbeständigem Beton gegossen oder aus grossen, vorgefertigten Elementen zusammengesetzt, die mithilfe von Kränen positioniert werden. Offshore entstehen Wellenbrecher, die die Kraft der Wellen reduzieren und so geschützte Hafenbecken schaffen. Sobald die Kernstruktur steht, erfolgt die Installation der Ship-to-Shore-Krane, der Bau der Containerterminals sowie die Anbindung an das Strassen- und Schienennetz.
Sika Lösungen
Beständigkeit gegen raue Umgebungsbedingungen
Für Platten, Träger und das Containerterminal wurden Betonzusatzmittel von Sika verwendet, um die Langlebigkeit und die Widerstandsfähigkeit der Betonstrukturen gegenüber der rauen Seewasserumgebung zu verbessern.
Ökologische Vorteile
Additive von Sika ermöglichen es, den Zement teilweise durch industrielle Nebenprodukte wie Schlacke und Flugasche zu ersetzen. Dadurch verringert sich der ökologische Fussabdruck des Betons.
Hohe Haltbarkeit
Mithilfe von Sika® ViscoCrete® wurden langlebige Betonfertigpfähle hergestellt, die Meerwasserbeständigkeit und den Schutz der Stahlbewehrungen bieten. Dadurch wird eine langfristig hohe Leistungsfähigkeit in Meeresumgebungen sichergestellt.
Hochfester Mörtel
Die hochfesten Sikadur®-Epoxidmörtel sorgen für eine zuverlässige Lastabtragung von den Kranrädern auf das Tragwerk. Sie zeichnen sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber dynamischen Belastungen, Vibrationen und rauen Seebedingungen aus und tragen dazu bei, die langfristige Ausrichtung und Langlebigkeit der Kranschienen zu erhalten.
VIETNAMS TOR ZUR WELT
Der Hafen Lach Huyen ist der erste Tiefseehafen im Norden Vietnams und ist für Schiffe bis 18'000 TEU (ein TEU entspricht einem Standardcontainer von sechs Metern Länge) ausgelegt. Der Hafen liegt in der Sonderzone Cát Hai und verbindet den Norden Vietnams direkt mit den Seewegen nach Europa und in andere globale Märkte.
Sika unterstützte den Bau der Terminals 5 und 6, einem 73 Hektar grossen Bauprojekt mit einem 900 Meter langen Liegeplatz und einem grossen Containerterminal.
INGENIEURTECHNIK FÜR RAUE KÜSTENBEDINGUNGEN
Sika hat Betonzusatzmittel für Betonmischungen mit hoher Dichte und geringer Permeabilität entwickelt, um die mechanische Festigkeit zu erhöhen und Stahlbewehrungen vor Chloriden und Sulfaten zu schützen.
«Die Tragwerke sind extremen Belastungen und einer dauerhaften Salzwasserexposition ausgesetzt. Entsprechend mussten alle Bestandteile – von der Zusammensetzung des Betons und den eingesetzten Zusatzmitteln bis zur Ausführung auf der Baustelle. Das Ziel: eine Lebensdauer von mindestens fünfzig Jahren.»
Dinh Quang Hung
Projektleiter Sika Vietnam für die Erweiterung der Terminals 5 und 6 in Lach Huyen
IN BETRIEB – UND BEREIT FÜR DEN WEITEREN AUSBAU
Lach Huyen ist das bislang grösste Seehafenprojekt von Sika in Nordvietnam. Die beiden Terminals wurden zwei Monate früher als geplant fertiggestellt. Inzwischen sind sie vollständig in Betrieb und werden komplett elektrisch betrieben – eine Premiere in Vietnam.
In Vietnam und anderen Regionen sind weitere Terminals und Projekte an der Küste geplant. Dank der in Lach Huyen gesammelten Erfahrungen ist Sika für künftige Chancen gut positioniert.




